Inhalt
- Was ist chain.report?
- Wer steckt hinter chain.report?
- Das Update vom 3. August 2026: Das ist neu
- Die Pakete und Preise im Überblick
- Registrierung und erste Schritte
- Einstellungen
- Wallets hinzufügen und Transaktionen importieren
- Wie viele Anbindungen gibt es wirklich?
- Manuelle Transaktionen erfassen
- Automatischer Import
- Funktionen im Überblick
- Dashboard
- Transaktionen
- FIFO, LIFO, HIFO und was der Report abdeckt
- Support und Hilfe
- Freunde werben
- Steuerreport erstellen
- chain.report als Desktop-App und im Dark Mode
- Neu: Partnerkanzlei-Programm für Steuerberater
- Das solltest du vor dem Kauf wissen
- Mein Fazit zu chain.report
- Häufige Fragen (FAQ)
- Weiterlesen
In diesem Artikel nehme ich das Tool chain.report unter die Lupe – ein Krypto-Steuertool, das sich seit dem großen August-Update selbstbewusst als „Krypto-Steuererklärung ohne Kopfschmerzen” positioniert: als das Tool, das Datenchaos wirklich repariert, statt dich mit Fehlermeldungen allein zu lassen. Ob es dieses Versprechen hält, schauen wir uns an.
Update vom 4. August 2026: chain.report hat am 3. August 2026 ein großes Funktionsupdate veröffentlicht – und damit ausgerechnet die beiden Punkte erledigt, die ich in diesem Artikel am deutlichsten kritisiert hatte: Es gibt jetzt eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und einen WISO-Export. Dazu kommen ein CleanUp Mode, ein Verkaufssimulator und ein Mittelherkunftsnachweis. Alle Neuerungen habe ich unten in einem eigenen Abschnitt zusammengefasst.
Aus dem Update vom 27. Juli 2026: Damals hatte ich einen Punkt korrigiert, der in der ersten Fassung falsch stand – chain.report wird nicht von einem deutschen Unternehmen betrieben, sondern von einer US-Gesellschaft in Florida. Das gilt unverändert.
Das Wichtigste in Kürze
- Preis: Transaktionen erfassen ist kostenlos. Bezahlt wird erst der Steuerreport – Investor 59 € für 5.000 Transaktionen, Trader 189 € für 25.000, jeweils pro Steuerjahr.
- Full Service: 89 € Anzahlung, danach analysieren die Experten dein Konto und machen dir ein individuelles Angebot für den fertigen Report.
- Steuerlich: Berechnung nach FIFO, LIFO und HIFO, getrennt je Konto – das entspricht der wallet-bezogenen Betrachtung aus dem BMF-Schreiben vom März 2025.
- Umfang: Spot, Margin, Futures, Lending, Staking, Liquidity Mining und NFT-Transaktionen; 96 Anbindungen per Schnittstelle, 38 per CSV-Import, 129 manuell (Stand 4. August 2026).
- Neu seit 3. August 2026: CleanUp Mode für fehlerhafte Transaktionen, Verkaufssimulator inklusive Wallet-Empfehlung, WISO-Export, Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein Mittelherkunftsnachweis ab dem Paket Trader.
- Betreiber: Clean Bytes LLC mit Sitz in Fort Lauderdale, Florida – kein deutsches Unternehmen, auch wenn Oberfläche, Support und Hosting deutsch sind.
- Was weiterhin fehlt: keine direkte ELSTER-Übergabe, der Mittelherkunftsnachweis kostet mit dem Trader-Paket 189 €, und die Lizenz gilt weiterhin nur je Steuerjahr.
- Rabatt: Über meinen Link gibt es 10 % auf den Steuerreport.
Frist im Blick behalten: Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 ist ohne Steuerberater am 31. Juli 2026 abgelaufen. Wer sie versäumt hat, sollte zügig nachreichen – mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein läuft die Frist für 2025 dagegen noch bis zum 1. März 2027. Seit dem 1. Januar 2026 melden Krypto-Dienstleister außerdem nach DAC8/CARF an die Finanzverwaltung – der erste Datenaustausch ist für 2027 vorgesehen. Wer seine Trades sauber dokumentiert hat, ist deutlich entspannter.
Zum Video: chain.report – Krypto Steuertool – Review und Tutorial
Was ist chain.report?
Mit chain.report verfolgst du deine Krypto-Gewinne und -Verluste und bekommst einen Echtzeitüberblick über all deine Transaktionen. Du kannst Transaktionen manuell anlegen oder aus Wallets, Börsen und direkt von der Blockchain importieren. Das Erfassen der Transaktionen ist komplett kostenlos – Kosten fallen erst an, wenn du einen Steuerreport erstellst. Und die sind, wie ich finde, sehr überschaubar.
Die Oberfläche gibt es in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Ungarisch), die Steuerregion stellst du in den Einstellungen separat ein.
Wer steckt hinter chain.report?
Das ist der Punkt, den ich in der ersten Fassung dieses Artikels falsch hatte: chain.report wirkt durch und durch deutsch – deutsche Oberfläche, deutscher Support, deutsches Steuerrecht. Betreiber ist aber die Clean Bytes LLC, 3833 Powerline Rd, Suite 201, Fort Lauderdale, FL 33309, USA.
Zu unterscheiden ist dabei zweierlei: Der Firmensitz liegt in den USA, das Hosting dagegen laut Anbieter ausschließlich in zertifizierten deutschen Rechenzentren nach DSGVO. Wo deine Daten liegen, ist also nicht dasselbe wie die Frage, welches Unternehmen sie verantwortet.
Das ist kein Ausschlusskriterium, aber du solltest es wissen: Im Impressum steht, dass das Angebot dem Recht des US-Bundesstaates Florida unterliegt. Die AGB (Stand 7. Februar 2026) nennen dagegen deutsches Recht – als Gerichtsstand aber die USA, sofern du deinen Wohnsitz nicht in Deutschland hast. Wer bei einem Steuertool bewusst auf einen Anbieter mit Sitz im EU-Raum setzen möchte, ist bei CoinTracking (München) oder Blockpit (Linz) besser aufgehoben. Alle Alternativen habe ich im großen Krypto-Steuertools-Vergleich gegenübergestellt.
Das Update vom 3. August 2026: Das ist neu
Am 3. August 2026 hat chain.report ein Funktionsupdate ausgerollt, das nach eigener Aussage die am häufigsten geäußerten Nutzerwünsche abarbeitet. Für diesen Artikel ist es aus einem einfachen Grund relevant: Zwei der drei Kritikpunkte, die ich in meinem Test hatte, sind damit erledigt.
1. CleanUp Mode. Das größte Ärgernis bei jedem Krypto-Steuertool ist der Berg an Transaktionen, die das System nicht sauber zuordnen kann. Der neue CleanUp Mode – im Tool „Steuer-Check” genannt – führt dich pro Steuerjahr (wählbar von 2017 bis 2026) durch sechs konkrete Datenqualitäts-Checks: fehlende Preise, Salden-Abweichungen, defekte Smart Contracts, Verkäufe ohne Quelle, Einzahlungen ohne Herkunft und Auszahlungen ohne Ziel. Zu jeder Kategorie zeigt das Tool die Zahl der offenen Probleme, eine Fortschrittsanzeige und – das ist der Clou – die mögliche Steuerersparnis in Euro, die im Abarbeiten der Fehler steckt. Genau an dieser Stelle habe ich in meinem Test die meiste Zeit verbracht, insofern ist das die aus meiner Sicht wichtigste Neuerung. Und sie ist laut Preisübersicht schon im kostenlosen Paket enthalten.
2. Verkaufssimulator. Du kannst durchrechnen lassen, welche Steuer anfällt, wenn du jetzt eine bestimmte Menge verkaufst – auf Basis deiner echten Daten und der gewählten Methode. Interessant ist der zweite Teil: Das Tool sagt dir auch, von welcher Wallet du als Nächstes verkaufen solltest. Da die Haltefristen seit dem BMF-Schreiben pro Wallet ermittelt werden, ist das kein Spielkram, sondern der Punkt, an dem sich real Steuer sparen lässt.
3. Zwei-Faktor-Authentifizierung. Der Punkt, den ich am deutlichsten kritisiert hatte. 2FA ist laut Anbieter ab sofort verfügbar und wird inzwischen auch auf der Website als Sicherheitsmerkmal beworben.
4. WISO-Export. Ebenfalls ein alter Kritikpunkt. Der Export ist laut Preisübersicht im Paket Investor enthalten, also ab 59 €.
5. Mittelherkunftsnachweis. Für „Auscash”-Transaktionen, verfügbar ab dem Paket Trader. Relevant wird das, wenn du größere Beträge auf ein Bankkonto überweist und die Bank oder das Finanzamt wissen will, woher das Geld stammt.
6. Hinweise und Sparpotenzial je Steuerjahr. Warnungen und das ausgewiesene Steuersparpotenzial beziehen sich jetzt auf das ausgewählte Steuerjahr statt auf Gesamtsummen – auf der Reports-Seite direkt nachvollziehbar, dort steht bei den Hinweisen ausdrücklich „nur in [Jahr]”. Klingt nach einer Kleinigkeit, macht die Zahlen aber erst brauchbar.
7. Wallet-Zuordnung per Mouseover. Auf welchen deiner Wallets ein Asset tatsächlich liegt, siehst du jetzt direkt beim Überfahren mit der Maus.
8. Dark Mode. Der dunkle Modus wurde überarbeitet.
9. Mehr Börsen und Smart Contracts. So kündigt es chain.report an – auf der öffentlichen Börsen-Seite schlägt sich das allerdings bislang nicht nieder: Meine Nachzählung vom 4. August 2026 ergibt mit 96 Schnittstellen, 38 CSV-Importen und 129 manuellen Anbindungen exakt dieselben Zahlen wie Ende Juli. Möglich, dass die Erweiterungen unter der Haube stecken (etwa bei den unterstützten Smart Contracts), gelistet ist davon aber noch nichts.
10. Neue Filter und Chrome-App. Textfilter über Wallets und Transaktionen, das Ausblenden leerer Wallets und Salden sowie die Möglichkeit, chain.report als eigenständige Chrome-App zu nutzen.
Zur Einordnung: Die Punkte in diesem Abschnitt beruhen auf der Ankündigung von chain.report vom 3. August 2026 – ich habe sie am 4. August auf der Website und in meinem eigenen Konto gegengeprüft. Über ein komplettes Steuerjahr getestet habe ich die neuen Funktionen aber noch nicht. Sobald ich das gemacht habe, ergänze ich hier meine Erfahrungen.
Die Pakete und Preise im Überblick
chain.report zeigt in der Preisübersicht drei Pakete – vom kostenlosen Einstieg bis zum Trader-Paket. Bezahlt wird pro Steuerjahr, danach kannst du beliebig viele Reports für dieses Jahr erstellen.
Kostenlos
0 €
pro Jahr · für Einsteiger und zum Testen
- Alle Exchanges & Wallets
- Steuer-Optimierung
- CleanUp Mode
Investor
59 €
pro Jahr · ideal für aktive Anleger
- Bis zu 5.000 Transaktionen pro Jahr
- BMF-konformer Steuerreport
- WISO-Export
- Chat- und E-Mail-Support
Trader
189 €
pro Jahr · für Profis und hohe Volumina
- Bis zu 25.000 Transaktionen pro Jahr
- Mittelherkunftsnachweis
- Priorisierter Support
- CSV-Backup
Stand: 4. August 2026 – die Preise sind seit meinem ersten Test unverändert. Aktuelle Preise findest du jederzeit auf der Website von chain.report. Das Erfassen der Transaktionen ist in allen Fällen kostenlos, bezahlt wird erst der Steuerreport.
Nicht in der Kartenübersicht, aber weiterhin buchbar: der Full Service. Du pflegst deine Wallets ein und zahlst 89 € an, das Team analysiert dein Konto gründlich, du erhältst eine erste Auswertung samt maßgeschneidertem Angebot – und nach Annahme erstellen die Experten deinen vollständigen Steuerreport.
Für Vieltrader gibt es außerdem das Paket Professional: bis zu 350.000 Transaktionen pro Steuerjahr, Zoom-Support, individuelle Unterstützung und eine VIP-Telegram-Gruppe. Einen Listenpreis gibt es nicht – das Paket ist auf Anfrage erhältlich und taucht bislang nur im eingeloggten Bereich unter „Abschlüsse” auf, nicht in der öffentlichen Preisübersicht.
Wichtig zum Preismodell: Du kaufst eine Lizenz je Steuerjahr. Wenn du mehrere zurückliegende Jahre nachdeklarieren musst, kaufst du also mehrfach. Das ist bei den meisten Anbietern so – CoinTracking ist hier die Ausnahme, dort deckt ein Abo die gesamte Historie ab.
Spezialangebot: Wenn du dich über meinen Link* registrierst, bekommst du 10 % Rabatt auf deinen Steuerreport.
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* Affiliate-Link: Wenn du dich hierüber registrierst, bekommst du 10 % Rabatt auf den Steuerreport – und du unterstützt diese Seite, ohne dass es dich mehr kostet.
Registrierung und erste Schritte
Die Registrierung ist denkbar einfach: E-Mail-Adresse, Vorname, Passwort – das war’s. Nach dem Login landest du auf dem Dashboard mit der Übersicht über dein Portfolio, das anfangs natürlich leer ist.
Einstellungen
Mit einem Klick oben rechts auf deinen Namen gelangst du zu den Einstellungen. Hier stellst du die Sprache ein (standardmäßig Deutsch) und wählst die Steuerregion aus, in unserem Fall Deutschland.
Erledigt: Zum Zeitpunkt meines Tests gab es hier keine Möglichkeit, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren – bei einem Tool, in dem sämtliche Wallet-Adressen und Handelsdaten liegen, war das aus meiner Sicht der größte Schwachpunkt. Mit dem Update vom 3. August 2026 ist 2FA verfügbar. Auf der Website wird sie inzwischen zusammen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und dem Hosting in deutschen Rechenzentren als Sicherheitsmerkmal genannt. Aktiviere sie gleich bei der Einrichtung.
Wallets hinzufügen und Transaktionen importieren
Um deine erste Wallet anzulegen, klickst du im Menü auf Wallets und dann auf Wallet erstellen. Zur Auswahl stehen unter anderem:
-
Börsen und Exchanges (z. B. Binance, Coinbase, Kraken)
-
DeFi-Wallets
-
Hardware Wallets (z. B. Ledger)
-
Blockchain-Imports über die Wallet-Adresse (z. B. Bitcoin, Ethereum, Solana)
-
Weitere Exchanges (z. B. Gate.io, Bitget)
Wie viele Anbindungen gibt es wirklich?
Das ist der Bereich, in dem sich seit meinem ersten Test am meisten getan hat. So sieht die Liste der unterstützten Börsen und Wallets aus – nachgezählt am 4. August 2026, unverändert gegenüber meiner Zählung von Ende Juli:
| Importweg | Anzahl | Beispiele |
|---|---|---|
| Schnittstelle / API | 96 | Binance, Coinbase, Kraken, KuCoin, Bitpanda, Bitcoin.de, Bybit, Bitvavo, Bitget, WhiteBIT, OKx (auch OKx EEA), MEXC, Bitfinex; dazu Bitcoin, Ethereum, Solana, Tron, XRP, SUI, SEI, Base, Arbitrum, Optimism, Polygon, Sonic, Gnosis, HyperLiquid EVM sowie MetaMask und Rabby für jeweils neun Chains |
| CSV-Import | 38 | Binance, Coinbase, Kraken (inkl. Kraken Futures), Revolut, Nexo, Bison, Plutus, Strike, Ledger, Exodus, Bitpay, bake.io, Hyperliquid Dex |
| Manuell | 129 | LOCK.Space, Uniswap, PancakeSwap, Sushiswap, Curve, 1inch, Deribit, Gemini, Upbit, Bithumb und viele kleinere Börsen |
Wer von einem anderen Tool kommt: Es gibt eine eigene Anbindung namens CoinTracking Single Wallet.
Manuelle Transaktionen erfassen
Unter Transaktionen klickst du auf Transaktion erstellen und wählst den Typ aus, zum Beispiel:
-
Handel
-
Ein- oder Auszahlung
-
Transfer zwischen verschiedenen Wallets
-
Staking-Erträge
-
Lending-Erträge
-
Gebühren
-
Geschenke
-
Cashback
Anhand eines Beispiels habe ich einen manuellen Bitcoin-Kauf erfasst. Das Prinzip ist intuitiv und benutzerfreundlich gestaltet.
Automatischer Import
Ich habe testweise meine MetaMask Wallet für die Binance Smart Chain angebunden. Dafür gibst du lediglich deine Wallet-Adresse ein, chain.report liest die Transaktionen direkt von der Blockchain. Die Zahl der direkt angebundenen Chains hat chain.report zuletzt deutlich ausgebaut.
Funktionen im Überblick
Dashboard
Auf dem Dashboard bekommst du eine Zusammenfassung deines Portfolios in Echtzeit:
-
Portfolio-Aufteilung
-
Unrealisierte Gewinne
-
Steuerpflichtige Assets
-
Auflistung deiner Vermögenswerte
Die Darstellung ist übersichtlich und du hast schnell einen Überblick.
Transaktionen
Unter Transaktionen findest du alles, was du manuell angelegt oder importiert hast, filterbar nach:
-
Zeitspanne
-
Transaktionstyp
-
Asset (Coin/Token)
-
Wallets
-
Warnungen und Kommentare
Einzelne Transaktionen kannst du aufklappen, um Details einzusehen, zu bearbeiten oder Kommentare hinzuzufügen.
FIFO, LIFO, HIFO und was der Report abdeckt
Steuerlich ist das der wichtigste Punkt – und er hat in der ersten Fassung dieses Artikels komplett gefehlt. chain.report rechnet nach FIFO und LIFO, jeweils getrennt je Konto, inzwischen ist zusätzlich HIFO möglich. Genau diese kontobezogene Betrachtung entspricht dem, was das BMF-Schreiben vom März 2025 zur ertragsteuerlichen Behandlung von Kryptowerten vorsieht: Die Haltefristen werden pro Wallet bzw. Börsenkonto ermittelt und nicht über alle Bestände hinweg vermischt. Neben Deutschland wird auch Österreich als Steuerregion unterstützt.
Abgedeckt sind laut Anbieter Spot- und Margin-Trades, Futures, Lending, Staking und Liquidity Mining. Der Anbieter bewirbt die Software zudem als „bewährt in Steuerprüfungen” und richtet sich ausdrücklich auch an deutsche Firmen. Beides sind Anbieterangaben, die ich nicht unabhängig prüfen konnte.
NFTs waren bei meinem Test nirgends ausdrücklich als eigene Kategorie ausgewiesen – das hat sich geändert: Die Website nennt inzwischen ausdrücklich „komplexe NFT-Transaktionen”. Wenn NFT-Handel einen größeren Teil deiner Aktivität ausmacht, würde ich vor dem Kauf trotzdem kurz beim Support klären, ob deine konkreten Marktplätze sauber erfasst werden.
Support und Hilfe
Der Support-Bereich ist deutlich ausgebaut worden:
-
Hilfe-Center unter help.chain.report mit FAQ-Artikeln, unter anderem zu Hinweis-Meldungen, Saldenabweichungen und Smart Contracts
-
Videoanleitungen auf YouTube
-
Direkte Support-Anfrage über ein Kontaktformular (inklusive Screenshot- und CSV-Upload)
-
Telegram Voice: eine kostenlose erste Einschätzung zu deiner Frage – als persönliche Sprachnachricht vom Entwicklerteam
-
30-Minuten-Experten-Session: eine buchbare 1:1-Sitzung mit einem Entwickler, wenn du Hilfe beim Verstehen einzelner Transaktionen, Salden oder steuerlicher Auswirkungen brauchst
-
Im Paket Trader zusätzlich Echtzeit-Chat und priorisierter Support, im Paket Professional Zoom-Support
Freunde werben
Unter dem Menüpunkt Freunde teilst du deinen persönlichen Affiliate-Link. Wenn sich jemand darüber registriert, bekommst du 10 % Umsatzbeteiligung und dein Freund 10 % Rabatt (Stand meines Tests).
Steuerreport erstellen
Der wichtigste Teil. Unter Abschlüsse erwirbst du die Lizenz für das jeweilige Steuerjahr. Investor startet bei 59 € für bis zu 5.000 Transaktionen, Trader deckt mit 189 € bis zu 25.000 ab, und für ganz große Konten gibt es Professional mit bis zu 350.000 Transaktionen auf Anfrage. Nach dem Kauf kannst du beliebig viele Dokumente für dieses Jahr generieren und herunterladen – nachträgliche Korrekturen sind damit problemlos möglich.
Wichtig: Bevor du einen Steuerreport erstellst, solltest du alle Warnungen in den Transaktionen abarbeiten. Die Anzahl siehst du oben rechts – seit dem August-Update beziehen sich die Hinweise auf das ausgewählte Steuerjahr, und der neue CleanUp Mode hilft beim Abarbeiten.
Das Ergebnis ist eine fertige PDF-Auswertung, die du deiner Steuererklärung beilegst oder deinem Steuerberater übergibst. Seit dem 3. August 2026 gibt es zusätzlich einen WISO-Export, der im Paket Investor enthalten ist – der Übertrag in die Anlage SO ist damit deutlich weniger Handarbeit als noch in meinem Test. Eine direkte Übergabe an ELSTER gibt es weiterhin nicht.
chain.report als Desktop-App und im Dark Mode
Seit dem Relaunch lässt sich chain.report als eigenständige Desktop-App installieren – ohne Store, direkt aus Chrome oder Edge heraus. Dazu gibt es einen Dark Mode. Wie das in drei Klicks funktioniert, habe ich hier Schritt für Schritt beschrieben:
👉 chainreport als Desktop-App installieren – inkl. Dark Mode
Neu: Partnerkanzlei-Programm für Steuerberater
Für Steuerkanzleien mit Krypto-Fokus gibt es inzwischen ein eigenes Partnerprogramm. Die Bewerbung ist kostenfrei und dauert laut Anbieter unter zwei Minuten, danach folgt ein kurzes Kennenlern-Gespräch; die Rückmeldung soll innerhalb von zwei Werktagen kommen. Aufgenommene Kanzleien erhalten ein Partner-Siegel für die eigene Website und werden im chain.report-Ökosystem sichtbar.
Für dich als Anleger ist das indirekt interessant: Wenn du einen Steuerberater suchst, der mit Krypto tatsächlich umgehen kann, ist ein solches Netzwerk ein brauchbarer Startpunkt. Und wenn dein Fall zu komplex wird, bleibt immer noch der Full Service, bei dem die chain.report-Experten den Report komplett für dich erstellen.
Das solltest du vor dem Kauf wissen
Zahlung: Laut AGB (Stand 7. Februar 2026) erfolgt die Bezahlung per Kreditkarte und als Vorkasse.
Widerrufsrecht: Formal hast du 14 Tage. Es erlischt aber, sobald der Report freigeschaltet ist – also praktisch direkt nach erfolgreicher Zahlung. Prüfe deine Daten deshalb vor dem Kauf, nicht danach.
Haftung: Der Anbieter schließt jede Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der Berechnungen aus. Das ist bei allen Steuertools so – die Verantwortung für die Erklärung bleibt bei dir.
Firmensitz: Clean Bytes LLC, Fort Lauderdale, Florida. Gerichtsstand ist die USA, sofern du deinen Wohnsitz nicht in Deutschland hast.
Mein Fazit zu chain.report
chain.report – Vor- und Nachteile
- Einfache, intuitive Benutzeroberfläche – ideal für Einsteiger
- FIFO, LIFO und HIFO, getrennt je Konto – passend zum BMF-Schreiben von März 2025
- 96 Anbindungen per Schnittstelle, inklusive vieler DeFi-Chains und Nischen-Anbieter
- Transaktionen erfassen kostenlos – bezahlt wird erst der Report
- Günstige, transparente Preise; beliebig viele Reports je gekauftem Steuerjahr
- CleanUp Mode gegen fehlerhafte Transaktionen – schon im kostenlosen Paket
- Verkaufssimulator mit Wallet-Empfehlung, ohne Zusatz-Abo
- Zwei-Faktor-Authentifizierung und WISO-Export seit August 2026
- Optionaler Full Service ab 89 € – Experten erstellen den Report für dich
- Als Desktop- bzw. Chrome-App installierbar, inklusive Dark Mode
- Betreiber ist eine US-Gesellschaft in Florida, nicht ein deutsches Unternehmen
- Keine direkte ELSTER-Übergabe – der Weg führt über den WISO-Export oder die Anlage SO
- Mittelherkunftsnachweis erst ab dem Paket Trader für 189 €
- Lizenz gilt je Steuerjahr – mehrere Altjahre kosten mehrfach
- Weniger Funktionstiefe als z. B. CoinTracking
- Die Neuerungen vom 3. August 2026 habe ich noch nicht über ein komplettes Steuerjahr nachgetestet
Mein persönliches Fazit: chain.report bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eignet sich besonders für alle, die ein einfaches, günstiges Tool suchen und nicht in einer Funktionsflut ertrinken wollen. Genau deshalb steht es in meinem Krypto-Steuertools-Vergleich auf Platz 2. Das Update vom 3. August 2026 hat den Abstand nach oben spürbar verkleinert: Mit 2FA, WISO-Export, CleanUp Mode und Verkaufssimulator fallen genau die Argumente weg, mit denen ich bisher von einem Wechsel abgeraten hätte. Ich selbst bleibe bei CoinTracking – ehrlicherweise zuerst aus einem persönlichen Grund: Ich arbeite seit 2019 damit, kenne jede Ecke des Tools und komme dadurch auch in kniffligen Konstellationen sehr schnell zum Ziel. Dazu kommen die größere Funktionstiefe und das Abo-Modell, das meine gesamte Historie über alle Steuerjahre abdeckt – ein Vorteil, der vor allem beim Aufarbeiten von Altjahren trägt; wer nur das laufende Jahr erklärt, kann mit chain.report je nach Transaktionszahl sogar günstiger fahren.
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Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet chain.report?
Das Paket Investor kostet 59 € und deckt 5.000 Transaktionen pro Steuerjahr ab, das Paket Trader 189 € für 25.000 Transaktionen. Für bis zu 350.000 Transaktionen gibt es das Paket Professional auf Anfrage. Der Full Service startet mit einer Anzahlung von 89 €, danach erhältst du ein individuelles Angebot. Daneben gibt es ein kostenloses Paket, mit dem du Transaktionen erfassen und den CleanUp Mode nutzen kannst. Bezahlt wird jeweils pro Steuerjahr. Stand: 4. August 2026.
Ist chain.report kostenlos nutzbar?
Ja, teilweise. Das Anlegen des Kontos, der Import und die Verwaltung deiner Transaktionen sowie das Portfolio-Tracking sind kostenlos. Bezahlt wird erst, wenn du für ein Steuerjahr einen Steuerreport erstellen möchtest.
Rechnet chain.report nach FIFO oder nach LIFO?
Beides, inzwischen zusätzlich auch nach HIFO. chain.report ermittelt die Werte dabei getrennt je Konto. Diese kontobezogene Betrachtung entspricht der Vorgabe aus dem BMF-Schreiben vom März 2025, nach der Haltefristen pro Wallet beziehungsweise Börsenkonto zu ermitteln sind.
Was ist der CleanUp Mode bei chain.report?
Der CleanUp Mode wurde am 3. August 2026 eingeführt und führt dich je Steuerjahr durch sechs Datenqualitäts-Checks: fehlende Preise, Salden-Abweichungen, defekte Smart Contracts, Verkäufe ohne Quelle, Einzahlungen ohne Herkunft und Auszahlungen ohne Ziel. Zu jeder Kategorie zeigt das Tool die offenen Probleme und die mögliche Steuerersparnis in Euro. Die Funktion ist laut Preisübersicht bereits im kostenlosen Paket enthalten.
Was macht der Verkaufssimulator?
Der Verkaufssimulator rechnet auf Basis deiner echten Transaktionsdaten aus, welche Steuer bei einem hypothetischen Verkauf anfällt, und berücksichtigt dabei Haltefristen und die gewählte Berechnungsmethode. Zusätzlich zeigt er an, von welcher Wallet du als Nächstes verkaufen solltest – weil die Haltefristen seit dem BMF-Schreiben pro Wallet ermittelt werden, kann das den Unterschied zwischen steuerfrei und steuerpflichtig ausmachen.
Welche Börsen und Wallets unterstützt chain.report?
Stand 4. August 2026 sind 96 Anbindungen per Schnittstelle möglich (darunter Binance, Coinbase, Kraken, Bitpanda, Bitcoin.de, Bybit, WhiteBIT, OKx sowie die Blockchains Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP, SUI, SEI, Base, Arbitrum und weitere), 38 Anbieter lassen sich per CSV importieren und 129 weitere manuell anlegen.
Ist chain.report ein deutsches Unternehmen?
Nein. Oberfläche, Support und Steuerlogik sind auf Deutschland ausgerichtet, Betreiber ist laut Impressum aber die Clean Bytes LLC mit Sitz in Fort Lauderdale, Florida, USA. Wer bewusst einen Anbieter mit Sitz in der EU sucht, findet ihn zum Beispiel bei CoinTracking in München oder Blockpit in Linz.
Gibt es bei chain.report eine Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Ja, seit dem Update vom 3. August 2026. Zum Zeitpunkt meines Tests gab es in den Kontoeinstellungen noch keine Option dafür, das war mein größter Kritikpunkt am Tool. Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung am besten direkt bei der Einrichtung und verwende zusätzlich ein starkes, einmaliges Passwort aus deinem Passwortmanager.
Kann ich den Report an WISO Steuer oder ELSTER übergeben?
An WISO Steuer ja: Seit dem 3. August 2026 gibt es einen WISO-Export, der laut Preisübersicht im Paket Investor enthalten ist. Eine direkte Übergabe an ELSTER gibt es weiterhin nicht. Zusätzlich bekommst du in jedem Fall eine fertige PDF-Auswertung, die du deiner Steuererklärung beilegst oder deinem Steuerberater gibst.
Was genau ist der Full Service?
Beim Full Service pflegst du zunächst deine Wallets ein und zahlst 89 € an. Anschließend analysiert das Team dein Konto, du bekommst eine erste detaillierte Auswertung und ein individuelles Angebot. Nimmst du es an, erstellen die Experten den vollständigen Steuerreport für dich.
Wie bekomme ich die 10 % Rabatt?
Der Rabatt läuft über das Freunde-werben-Programm von chain.report. Wenn du dich über einen Empfehlungslink registrierst – zum Beispiel über meinen Link in diesem Artikel – werden dir 10 % auf den Steuerreport abgezogen. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.
Weiterlesen
- Krypto-Steuertools im Vergleich – 10 Anbieter im Test
- chainreport als Desktop-App installieren – inkl. Dark Mode
- CoinTracking Review: mein Workflow für die Krypto-Steuererklärung
- Kryptowährungen in der Steuererklärung – die Grundlagen
- Fragebogen vom Finanzamt zu Kryptowährungen – was tun?
- Belege für das Finanzamt nachreichen
Quellen: Eigener Test des Tools, die Funktionsankündigung von chain.report vom 3. August 2026 sowie die Seiten chain.report/de/ (Pakete, Leistungsumfang, CleanUp Mode, Verkaufssimulator, Sicherheit), chain.report/de/exchanges/ (Börsen, Wallets und Blockchains), chain.report/de/kanzlei/ (Partnerkanzlei-Programm), chain.report/de/imprint/ (Betreiber) und chain.report/de/terms/ (AGB, Stand 7. Februar 2026). Die Zahlen zu den Anbindungen stammen aus meiner eigenen Zählung, zuletzt bestätigt am 4. August 2026; auch alle übrigen Angaben wurden zuletzt am 4. August 2026 anhand eines vollständigen Abrufs der Website geprüft. Die im Abschnitt zum August-Update genannten Funktionen habe ich noch nicht selbst über ein vollständiges Steuerjahr getestet. Angaben zur steuerlichen Korrektheit und zur Bewährung in Steuerprüfungen sind Anbieterangaben und keine unabhängige Zertifizierung. Steuerlicher Rahmen nach § 23 EStG sowie dem BMF-Schreiben zur ertragsteuerlichen Behandlung von Kryptowerten vom März 2025. Dieser Artikel ist keine Steuer- oder Anlageberatung.
