TinyWallet – keine Neuanmeldungen mehr (Rückblick)

TinyWallet – keine Neuanmeldungen mehr (Rückblick)
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TinyWallet nimmt keine neuen Nutzer mehr auf. Auf der Registrierungsseite steht statt eines Anmeldeformulars eine Mitteilung des Betreibers: Er führt TinyWallet nur noch als privates Projekt fort. Auch die Preisseite ist inzwischen offline. Wer bereits einen Account hat, kann sich weiterhin einloggen – ein neuer Zugang ist aber nicht mehr möglich.

Dieser Beitrag war ursprünglich ein Tutorial. Ich lasse ihn als Rückblick stehen, weil TinyWallet hier lange verlinkt war. Wenn du nur einen Ersatz suchst, springe direkt zu den Alternativen.

Warum der Betreiber aufgehört hat

Die Begründung ist ungewöhnlich offen und dreht sich komplett um das Thema Datenschutz. Nach über vier Jahren sei klar geworden, dass der durchschnittliche Internetnutzer nur wenig Wert auf echten Datenschutz lege oder sich von Marketing-Phrasen wie „wir speichern nur auf deutschen Servern” oder „getrennte Datenhaltung” täuschen lasse. Genau das sei für Finanzdaten ein erhebliches Risiko. Der Betreiber hatte in einem eigenen Blog-Beitrag zu erklären versucht, warum echter Datenschutz nur über Verschlüsselung funktioniert – nach eigener Aussage erfolglos. Sein Fazit: Es gebe genug Online-Portfolio-Tracker, die doppelt so teuer seien und halb so viel Datenschutz böten.

Der Punkt trifft einen wunden Nerv. Verschlüsselung, bei der nur du selbst deine Daten entschlüsseln kannst, war das eigentliche Alleinstellungsmerkmal von TinyWallet – und offenbar kein Argument, für das genug Leute zahlen wollten.

Was TinyWallet konnte

TinyWallet war ein Portfolio-Tracker, der im Browser lief und für Smartphone und Tablet komplett responsiv war. Erfasst werden konnten Wertpapiere (Aktien und ETFs), Rohstoffe beziehungsweise Edelmetalle sowie Kryptowährungen. Für die Registrierung genügten E-Mail-Adresse und Passwort, persönliche Daten wie Name oder Adresse waren nicht nötig. Die Daten lagen verschlüsselt auf deutschen Servern.

Transaktionen – Käufe, Verkäufe und Dividenden – ließen sich manuell erfassen oder per PDF-Import aus Broker-Abrechnungen einlesen; unterstützt wurden unter anderem Comdirect, Consorsbank, ING, Scalable Capital und Trade Republic. Wer von Portfolio Performance oder Parqet kam, konnte sein Depot per CSV-Datei übernehmen.

Das Dashboard zeigte investiertes Kapital, Wertzuwachs und Dividenden samt Diagrammen, dazu einen Dividendenkalender und die Performance der einzelnen Anlageklassen. Unter „Insights” ließ sich die Verteilung des Vermögens auf Anlageklassen, Regionen, Länder und Sektoren prüfen – praktisch, um Klumpenrisiken zu erkennen. Dazu kam eine Watchlist, die man auf Wunsch öffentlich teilen konnte, in der Pro-Version mit Kursalarmen auf Kursziele oder auf das Über- und Unterschreiten der 200-Tage-Linie.

Die Basisversion war kostenlos (ein Portfolio, unbegrenzte Transaktionen, Basisauswertung, Watchlist ohne Alarme). Das Pro-Abo kostete 2,99 Euro im Monat beziehungsweise 35 Euro im Jahr und brachte vier Portfolios, detaillierte Auswertungen und vier Watchlists mit Kursalarmen. Verkauft wird es nicht mehr.

Was du jetzt tun solltest

Hast du noch einen TinyWallet-Account, sichere deine Daten jetzt, solange der Login funktioniert. Ein privat weitergeführtes Projekt hat keine Zusage für einen Weiterbetrieb – wann der Server abgeschaltet wird, entscheidet allein der Betreiber.

Das ist übrigens dieselbe Lehre wie bei folishare, das im April 2026 komplett abgeschaltet wurde: Ein Online-Tracker ist immer nur so dauerhaft wie das Projekt dahinter. Exportiere deine Buchungen regelmäßig und bewahre sie außerhalb des Tools auf. Dann ist ein Anbieterwechsel lästig, aber kein Datenverlust.

Alternativen zu TinyWallet

  • Portfolio Performance – kostenloses Open-Source-Programm für den Desktop. Alle Daten bleiben lokal auf deinem Rechner, damit ist die Datenschutzfrage von vornherein erledigt und abschalten kann es dir niemand. Dafür musst du mehr selbst konfigurieren.

  • Parqet – Online-Tracker mit App, liest Trade Republic und Scalable Capital automatisch ein und erfasst neben Wertpapieren auch Cash, Krypto, Immobilien und Versicherungen. Es gibt eine kostenlose Basisversion und kostenpflichtige Tarife.


Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich mich noch bei TinyWallet registrieren?

Nein. Auf der Registrierungsseite steht statt eines Formulars nur noch eine Mitteilung des Betreibers. Bestehende Nutzer können sich weiterhin einloggen, neue Accounts werden nicht mehr angelegt.

Warum wurde TinyWallet als öffentliches Angebot eingestellt?

Der Betreiber begründet es damit, dass nach über vier Jahren klar geworden sei, dass die meisten Nutzer wenig Wert auf echten Datenschutz legen oder sich von Marketing-Formulierungen wie „Speicherung auf deutschen Servern“ täuschen lassen. Verschlüsselung war das Alleinstellungsmerkmal von TinyWallet. Er führt das Tool deshalb nur noch als privates Projekt weiter.

Komme ich noch an meine Daten in TinyWallet?

Solange der Login funktioniert, ja. Eine Zusage für den Weiterbetrieb gibt es aber nicht. Sichere deine Transaktionen deshalb jetzt und übertrage sie in ein anderes Tool.

Welche Alternative zu TinyWallet gibt es?

Für lokale Datenhaltung ist Portfolio Performance die naheliegende Wahl: kostenlos, Open Source, alle Daten bleiben auf deinem Rechner. Wer lieber online und mit App arbeitet, schaut sich Parqet an.

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